Widerspruch bei Arbeitszeugnissen

Mareike Kaufmann
4. April 2024
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Aus verschiedenen Gr√ľnden kommt es leider h√§ufiger vor, dass auch langj√§hrige Arbeit f√ľr ein Unternehmen nicht mit einem entsprechend gutem Zwischenzeugnis wertgesch√§tzt wird. Allerdings gilt, vor allem beim Zwischenzeugnis, dass bei einer unverh√§ltnism√§√üig schlechten Bewertung nicht sofort ein rechtlicher Widerspruch eingelegt werden muss. Oftmals hilft es, die Punkte direkt bei den entsprechenden Verantwortlichen in der Personalabteilung anzusprechen, die als st√∂rend empfunden werden. Wichtig ist es dabei, dass man genau wei√ü, welche Punkte ge√§ndert werden sollen und man nicht emotional auf das schlechte Zeugnis reagiert. Man sollte sich nicht davor scheuen, wohlwollende Vorgesetzte in den √Ąnderungsprozess miteinzubeziehen.

Ein Zwischenzeugnis hat immer auch Auswirkungen auf ein Endzeugnis, weshalb es sich schon dabei lohnt, auf eine angemessene Bewertung zu achten, da sich der Einspruch zu einem späteren Zeitpunkt deutlich schwieriger gestalten kann.

Wie lange darf ein Arbeitszeugnis angefochten werden?

H√§ufig gibt es jedoch Unklarheiten dar√ľber, wie lange ein Arbeitszeugnis angefochten werden kann, wenn es inhaltliche oder formale Fehler beinhaltet. Allerdings gibt es keine klaren gesetzlichen Vorgaben, in welchem diese Fehler angemerkt werden m√ľssen, damit sie im Endeffekt auch wirklich korrigiert werden k√∂nnen.

Allgemein gilt hier der so genannte ‚ÄěGrundsatz der Verwirkung‚Äú. Damit meinen Rechtsexpertinnen und -experten, dass ein Einspruch gegen das bereits erstellte Arbeitszeugnis innerhalb von sechs Monaten bei den ehemaligen Arbeitgebenden eingehen muss. Normalerweise wird nach dieser Zeit ein Einspruch vom Arbeitsgericht abgelehnt. Allerdings gilt, dass ein Widerspruch so schnell wie m√∂glich an die Arbeitgebenden getragen werden sollte.

Welche Schritte sollten befolgt werden?

Dennoch sollte es immer zun√§chst au√üergerichtlich versucht werden, Einspruch bei den ehemaligen Arbeitgebenden einzulegen. Dazu sollte immer klar kommuniziert werden, welche M√§ngel aufgefallen sind. Danach sollte um eine √Ąnderung gebeten werden. Dabei sollten, wenn m√∂glich, auch schon Verbesserungsvorschl√§ge und bessere Formulierungen mitgeteilt werden. Wenn es sich bei den Fehlern im Arbeitszeugnis um Fehler in der T√§tigkeitenbeschreibung oder um Rechtschreib- oder Grammatikfehler handelt, werden die Korrekturen in der Regel mit wenig Widerstand √ľbernommen. Bei schwerwiegenderen Fehlern, wie der Benotung, sollte eine entsprechende Begr√ľndung der Arbeitnehmenden beiliegen, warum die Note ge√§ndert werden sollte. Wichtig ist, dass bei der Bitte um √Ąnderung auch immer eine Frist gesetzt werden sollte, in welcher die √úberarbeitung vorgenommen werden sollte.

In den meisten F√§llen werden die Fehler im Arbeitszeugnis, bei denen mit einer entsprechenden Begr√ľndung um √Ąnderung gebeten wird, schnell von den Arbeitgebenden behoben. Erst, wenn das nicht mehr eintritt, sollte ein Rechtsbeistand eingeschaltet werden. Wenn die Arbeitgebenden nicht auf den au√üergerichtlichen Einspruch reagieren, kann ein anwaltliches Schreiben aufgesetzt werden, in dem den Arbeitgebenden wieder eine Frist zur √úberarbeitung des Zeugnisses gegeben wird. Reagieren die Arbeitgebenden auch darauf nicht, sollte eine Klage eingereicht werden.

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