Das flexible Urlaubsmodell

Mareike Kaufmann
15. Februar 2024
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Mit der Etablierung flexiblerer Arbeitszeitmodelle wird der Wunsch nach ebenso flexiblen Urlaubsmodellen immer gr√∂√üer. F√ľr Arbeitgebende gibt es einige M√∂glichkeiten, diesen Forderungen nachzukommen, allerdings gibt es auch dabei ein paar gesetzliche Vorgaben, die beachtet werden m√ľssen. Denn egal, wie flexibel ein Urlaubsmodell sein soll, an den gesetzlichen Mindesturlaub muss sich jeder halten. Bei einer 5-Tage-Woche m√ľssen Arbeitnehmende n√§mlich 20 Tage Mindesturlaub nehmen, Mehrurlaub kann jedoch ebenfalls vertraglich festgehalten werden. Auf diesen Mindesturlaub d√ľrfen die Arbeitnehmenden nicht verzichten und es muss nachgewiesen werden, dass dieser tats√§chlich eingehalten wurde. Auch das Entgelt muss w√§hrend der Urlaubszeit weiter ausgezahlt werden. Trotz dieser vielen Regelungen gibt es jedoch einigen Spielraum, der im Folgenden nun etwas n√§her betrachtet werden soll.

Vertrauensurlaub

Der Vertrauensurlaub verh√§lt sich √§hnlich wie das Vertrauensarbeitszeitmodell, welches wir in einem fr√ľheren Artikel bereits beleuchtet haben. Bei diesem Modell gibt es keine klare Obergrenze in Bezug auf die Anzahl der Urlaubstage, die Mitarbeitenden nehmen sich so viele Tage, wie sie ben√∂tigen. Wichtig ist dabei lediglich, dass sie die vorher vereinbarten Unternehmensziele einhalten und abgesprochene Aufgaben erledigen. Wie oben bereits erw√§hnt, muss auch hier √ľber die volle Urlaubszeit das Entgelt weiter ausgezahlt werden. Es ist egal, ob die Arbeitnehmenden sich dabei an den Mindesturlaub von 20 Tagen halten oder diesen weit √ľberschreiten.

Dennoch gilt auch beim Vertrauensurlaub, dass klare Regelungen festgelegt werden m√ľssen. So bedarf es zum Beispiel einer klaren Differenzierung zwischen dem gesetzlichen Mindesturlaub und den Regelungen zum Vertrauensurlaub. So sollte klar kommuniziert werden, dass der Mehrurlaub nicht in das n√§chste Jahr √ľbernommen werden kann. Vor allem m√ľssen alle genommen Urlaubstage sorgf√§ltig dokumentiert werden, um beispielsweise im Falle eines Unfalls die versicherungsrechtliche Lage zu kl√§ren.

Au√üerdem sollte unbedingt gekl√§rt werden, ab wann der Vertrauensurlaub genommen werden darf. Zum Beispiel ist es ratsam, zu Beginn des Arbeitsverh√§ltnisses f√ľr die Einarbeitung den Vertrauensurlaub auszusetzen, damit garantiert wird, dass die neuen Arbeitnehmenden das Onboarding voll ausnutzen. √Ąhnlich verh√§lt es sich mit dem Ende des Arbeitsverh√§ltnisses. Um zu verhindern, dass sich die Arbeitnehmenden, beispielsweise bei einer langen K√ľndigungsfrist, zum Schluss unverh√§ltnism√§√üig viel frei nehmen, sollten auch dazu Regelungen im Arbeitsvertrag festgehalten werden.

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