Datenbasierte Bewerbendenauswahl

Mareike Kaufmann
20. Juni 2024
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Damit die bestm├Âglichen Bewerbenden f├╝r eine Stelle herausgefiltert werden k├Ânnen, ist viel Zeit und Aufwand f├╝r die Personalabteilung vonn├Âten. Vor allem die erste Auswahl der Bewerbenden braucht viel Zeit, da sich viele ungeeignete Personen auf eine Stelle bewerben und die wirklich passenden Menschen zun├Ąchst erst einmal ermittelt werden m├╝ssen.

Auch sich bewerbende Personen, die die formalen Anforderungen an eine Bewerbung und damit auch an die ausgeschriebene Stelle an sich nicht erf├╝llen, m├╝ssen trotzdem durch Mitarbeitende in der Personalabteilung gepr├╝ft werden. Deshalb wird die Forderung nach unterst├╝tzenden Anwendungen, auch im KI-Bereich, immer lauter. Diese Anwendungen werden immer besser und k├Ânnen mittlerweile sogar Aufgaben, wie die Analyse von Stimmen oder der K├Ârpersprache, ├╝bernehmen.

Die Automatisierung und Digitalisierung einiger Arbeitsschritte im Bewerbungsprozess wird deshalb immer gefragter. Allerdings gibt es dabei einige Punkte, die man sich vor Augen f├╝hren und beachten sollte.

Inhalt:

  1. In welchen Bewerbungsschritten k├Ânnen KI-basierte Anwendungen verwendet werden?
  2. Welche Vorteile bietet die Verwendung von KI-basierten Anwendungen zur Bewerbendenauswahl?
  3. Welche Risiken beinhaltet die Verwendung von KI-basierten Anwendungen zur Bewerbendenauswahl?
  4. Was m├╝ssen Unternehmen bei der Verwendung von KI-basierten Anwendungen zur Bewerbendenauswahl beachten?
  5. Zusammenfassung

In welchen Bewerbungsschritten k├Ânnen KI-basierte Anwendungen verwendet werden?

Bereits in dem ersten Bewerbungsschritt kann eine KI-basierte Anwendung zum Einsatz kommen. Durch voreingestellte Kriterien kann der Personalabteilung dadurch viel zeitlicher Aufwand erspart werden, indem nicht passende Bewerbende durch die entsprechende Anwendung aussortiert werden. Das automatisiert den ersten meist sehr aufw├Ąndigen Schritt in einem Bewerbungsprozess und l├Ąsst mehr Zeit f├╝r andere Dinge.

Doch auch zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt in der Bewerbung lassen sich beispielsweise durch Anforderungsmatrix-Systeme die Mitarbeitenden in der Personalabteilung unterst├╝tzen. Diese Bewertungssysteme beurteilen die sich bewerbenden Personen dabei nach sogenannten weichen Kriterien, wie der Offenheit, Neugier oder der Entscheidungsfreudigkeit. Das hilft vor allem dabei, Bewerbende mit ├Ąhnlicher Qualifikation besser bewerten und herausfinden zu k├Ânnen, welche Person am besten zu der eigenen Unternehmenskultur und zum Anforderungsprofil passt.

Eine solche Anforderungsmatrix kann auch w├Ąhrend der Einarbeitungszeit neuer Arbeitnehmender verwendet werden, um zu ermitteln, in welchen Bereichen noch Nachholbedarf besteht und wo gegebenenfalls weitere Schulungen durchgef├╝hrt werden sollten. Diese Systeme sind heutzutage jedoch auch schon h├Ąufig in HR-Anwendungen vorhanden.

Welche Vorteile bietet die Verwendung von KI-basierten Anwendungen zur Bewerbendenauswahl?

Zu den gr├Â├čten Vorteilen bei der Verwendung von KI-basierten Anwendungen innerhalb eines Bewerbungsprozesses z├Ąhlt ganz klar die Zeitersparnis in der Personalabteilung. Die erste Auswahl der Bewerbenden anhand von Daten wird von dieser Anwendung getroffen, weshalb die Mitarbeitenden in der Personalabteilung mehr Zeit auf zwischenmenschliche Aufgaben in dem Bewerbungsprozess verwenden k├Ânnen.

Au├čerdem k├Ânnen KI-Anwendungen mehrere Bewerbungen gleichzeitig bearbeiten, w├Ąhrend daf├╝r normalerweise mehrere Mitarbeitende notwendig sind. Auch zu den verschiedensten Tageszeiten k├Ânnen diese Anwendungen laufen gelassen werden. Das beschleunigt ein erstes Sortieren von Bewerbungen ungemein.

Welche Risiken beinhaltet die Verwendung von KI-basierten Anwendungen zur Bewerbendenauswahl?

Der Erfolg bei der Verwendung von KI-basierten Anwendungen steht und f├Ąllt mit der Qualit├Ąt der verwendeten Daten. In diesen Daten liegt jedoch auch das gr├Â├čte Risiko, denn bei einer schlechten Datenqualit├Ąt kann auch bei selbstlernenden KI-Anwendungen kein besonders gutes und aussagekr├Ąftiges Ergebnis erwartet werden.

Au├čerdem ist die Datenmenge, die in einem Unternehmen zur Verf├╝gung steht, meist so gering, dass die KI-basierte Anwendung nur allgemeine Einsch├Ątzungen abgeben kann. Das hat zur Folge, dass der Personalabteilung nicht wirklich Arbeit abgenommen werden kann, da so wieder ein enormer Nachbearbeitungsbedarf durch die in der Personalabteilung besch├Ąftigten Mitarbeitenden n├Âtig ist.

Was m├╝ssen Unternehmen bei der Verwendung von KI-basierten Anwendungen zur Bewerbendenauswahl beachten?

Wie die Risiken aus dem vorangegangenen Abschnitt zeigen, ist eine KI nur so gut, wie die verwendeten Daten. Das zeigt auch unser entsprechender Blogbeitrag zum Thema der k├╝nstlichen Intelligenz. Es sollten aus dem Grund von einem Unternehmen keine Kosten gescheut werden, indem man zum Beispiel automatisch Daten in die KI-Anwendung einarbeitet. Stattdessen sollte ein erster Startaufwand betrieben werden, damit die Qualit├Ąt der Daten entsprechend hoch ist und die Ergebnisse am Ende zufriedenstellender sind.

Damit einher geht, dass alle Daten, die vor dem Einsatz in die KI-Anwendung eingespeist wurden, vorher unbedingt von den Mitarbeitenden aus der Personalabteilung genauestens gepr├╝ft werden sollten. So wird die Qualit├Ąt der verwendeten Daten besonders gesichert.

Zuletzt muss sich ein Unternehmen, das KI-basierte Anwendungen in den Bewerbungsprozess einbinden will, dar├╝ber im Klaren sein, dass KI nur unterst├╝tzend eingesetzt werden sollte. Das Ziel darf nicht sein, alle Schritte und Komponenten eines Bewerbungsprozesses zu digitalisieren und durch eine KI durchf├╝hren zu lassen. Die menschliche Entscheidungskomponente sollte in jedem Fall die letzte Instanz bleiben und nicht durch eine KI-basierte Anwendung ersetzt werden.

Zusammenfassung

Viele Menschen bewerben sich auf Stellen, obwohl sie entweder formale oder inhaltliche Kriterien nicht erf├╝llen. Diese Menschen dann in einem ersten Bewerbungsschritt auszusortieren, kostet die Personalabteilung viel Zeit. KI-Anwendungen k├Ânnen dabei helfen, die Personalabteilung zu entlasten, damit diese sich auf die zwischenmenschlichen Aufgaben innerhalb eines Bewerbungsprozesses fokussieren kann.

Allerdings muss immer im Hinterkopf behalten werden, dass KI-Anwendungen keine menschlichen Entscheidungen ersetzen, sondern nur unterst├╝tzend hinzugezogen werden sollten. Vor allem auf die Qualit├Ąt und die ├ťberpr├╝fung der verwendeten Daten muss vonseiten des Unternehmens besonders geachtet werden, damit eine bestm├Âgliche Anwendung dieser KI-gest├╝tzten Systeme stattfinden kann.

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